Autor-Website erstellen: Welche Inhalte gehören dazu?

Eine handgezeichnete Illustration eines Website-Layouts mit einem Benutzerprofilbild, einem offenen Buchsymbol, einem männlichen Avatar, Buchsymbolen, Textfeldern und Symbolen für E-Mail, Telefon und Standort auf einem leicht schattierten Hintergrund.

Eine Autor-Website ist dein digitales Zuhause im Internet – der Ort, an dem Leser:innen dich und deine Bücher finden können. Doch welche Inhalte gehören wirklich auf eine solche Website? Die gute Nachricht: Du brauchst weder technisches Wunderwerk noch überladene Spielereien. Eine klare, übersichtliche Seite mit den richtigen Inhalten reicht vollkommen aus, um professionell aufzutreten und deine Leser:innen willkommen zu heißen.

Warum eine Website überhaupt?

Vielleicht fragst du dich, ob eine Website in Zeiten von Instagram und TikTok überhaupt noch nötig ist. Die Antwort ist: ja. Social Media gehört anderen Menschen – die Plattformen können sich ändern, verschwinden oder ihre Regeln neu schreiben. Deine Website gehört dir. Sie ist der einzige digitale Raum, über den du die volle Kontrolle hast. Hier können Leser:innen dich finden, wenn sie nach deinem Namen suchen. Hier können sie bleiben, ohne von einem Algorithmus abgelenkt zu werden.

Außerdem wirkt eine eigene Website professionell. Sie signalisiert: Ich nehme mich und meine Arbeit ernst. Und das tust du ja auch.

Die Startseite: Dein digitales Wohnzimmer

Die Startseite ist das Erste, was Menschen sehen. Sie sollte freundlich sein, einladend – und klar kommunizieren, wer du bist und was du schreibst. Du brauchst hier keine komplizierte Story. Ein kurzer Satz reicht: „Ich schreibe düstere Fantasy über vergessene Welten“ oder „Meine Romane handeln von Frauen, die sich neu erfinden.“

Ein gutes Foto von dir wirkt Wunder. Menschen kaufen Bücher von Menschen, nicht von anonymen Entitäten. Das Foto muss nicht professionell sein, aber es sollte dich zeigen – sympathisch, authentisch, erkennbar.

Füge ein, zwei Teaser zu deinen aktuellen oder kommenden Büchern hinzu. Vielleicht ein Cover, ein kurzer Satz zum Inhalt und ein Link zur Buchseite. Mehr braucht es nicht. Die Startseite ist kein Schaufenster, das mit allem vollgestopft werden muss. Sie ist eine Einladung, weiterzugehen.

Über mich: Mehr als eine Biografie

Die „Über mich“-Seite ist oft unterschätzt. Hier kannst du persönlich werden, ohne zu viel preiszugeben. Erzähl, warum du schreibst, was dich antreibt, welche Themen dich beschäftigen. Menschen wollen wissen, wer hinter den Geschichten steckt.

Du musst hier nicht deine gesamte Lebensgeschichte ausbreiten. Ein paar Absätze reichen. Vielleicht etwas über deinen Weg zum Schreiben, über deine Inspirationsquellen, über die Art von Geschichten, die du erzählst. Wenn du magst, kannst du auch erwähnen, was du außerhalb des Schreibens tust – es macht dich nahbar.

Und ja, hier gehört auch ein Foto hin. Am besten dasselbe wie auf der Startseite oder ein anderes, das zu dir passt.

Deine Bücher: Das Herzstück

Hier kommt alles zusammen, wofür die Website eigentlich da ist: deine Bücher. Jedes Buch verdient eine eigene Unterseite oder zumindest einen eigenen Absatz mit Cover, Klappentext und Links zu den Verkaufsplattformen.

Halte die Klappentexte kurz und prägnant. Menschen entscheiden schnell, ob ein Buch sie interessiert. Ein zu langer Text schreckt eher ab. Denk daran: Die Website ist nicht der Ort, an dem du dein Buch verkaufst – das passiert auf Amazon, Tolino und Co. Die Website ist der Ort, an dem du Interesse weckst.

Verlinke direkt zu den Shops, in denen deine Bücher erhältlich sind. Am besten mit einem klaren Button: „Jetzt kaufen“ oder „Zum Buch“. Menschen wollen nicht lange suchen müssen.

Lesetipp:  Weniger ist mehr: Warum du nicht auf jeder Plattform sein musst

Blog oder kein Blog?

Ein Blog kann eine wunderbare Ergänzung sein – wenn du Lust hast, regelmäßig zu schreiben. Wenn nicht, lass es. Ein Blog, der seit Monaten verwaist ist, macht keinen guten Eindruck.

Falls du einen Blog führst, konzentriere dich auf Themen, die deine Leser:innen interessieren könnten: Einblicke in deinen Schreibprozess, Gedanken zu den Themen deiner Bücher, vielleicht auch Tipps für andere Autor:innen. Aber bitte keine erzwungenen Posts alle zwei Wochen, nur weil du glaubst, du müsstest. Qualität schlägt Quantität – immer.

Newsletter-Anmeldung: Die direkte Verbindung

Eine Newsletter-Anmeldung gehört auf jede Autor-Website. Sie ist der wertvollste Kanal, den du als Autor:in hast. Über Social Media erreichst du die Menschen nur, wenn der Algorithmus es zulässt. Per Newsletter erreichst du sie direkt.

Mach die Anmeldung einfach und sichtbar. Ein kleines Formular auf der Startseite oder in der Sidebar reicht. Erkläre kurz, was Abonnent:innen erwartet: „Neuigkeiten zu meinen Büchern, ab und zu ein Blick hinter die Kulissen, keine Spam-Flut.“

Und dann: Halte, was du versprichst. Ein Newsletter alle paar Wochen ist besser als wöchentliche Mails, die niemand lesen will.

Kontakt: Erreichbar sein, ohne überrannt zu werden

Eine Kontaktmöglichkeit sollte vorhanden sein. Das kann eine einfache E-Mail-Adresse sein oder ein Kontaktformular. Du musst nicht sofort auf jede Nachricht antworten, aber du solltest erreichbar sein.

Viele Autor:innen verlinken hier auch ihre Social-Media-Profile. Das ist in Ordnung, solange es nicht zu viel wird. Zwei, drei Plattformen reichen. Du musst nicht überall sein.

Impressum und Datenschutz: Die ungeliebte Pflicht

In Deutschland und vielen anderen Ländern brauchst du ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Das ist keine Kür, sondern Pflicht. Es gibt kostenlose Generatoren im Netz, die dir dabei helfen. Nimm dir eine Stunde Zeit, mach es einmal richtig – und dann ist es erledigt.

Diese Seiten müssen nicht schön sein, aber sie müssen da sein. Verlinke sie im Footer, also ganz unten auf jeder Seite.

Was nicht auf deine Website gehört

Genauso wichtig wie die Frage, was drauf soll, ist die Frage, was draußen bleiben kann. Verzichte auf:

Zu viele Spielereien. Animationen, Musik beim Seitenaufruf, blinkende Banner – all das lenkt ab und wirkt oft unprofessionell.

Eine komplizierte Navigation. Wenn Besucher:innen nicht innerhalb von drei Sekunden verstehen, wo sie klicken müssen, ist etwas schiefgelaufen.

Zu viel über dich. Deine Website sollte nicht dein Tagebuch sein. Persönlich, ja. Intim, nein.

Veraltete Inhalte. Wenn dein letzter Blogartikel von 2019 ist, lösch ihn lieber oder verstecke den Blog. Aktualisiere deine Buchseiten, wenn neue Bücher erscheinen.

Am Ende zählt: Klarheit

Eine gute Autor-Website ist wie ein gut sortiertes Bücherregal. Man sieht auf den ersten Blick, was wichtig ist. Man findet, was man sucht. Und man fühlt sich willkommen.

Du brauchst keine aufwendige Programmierung, kein riesiges Budget und keinen perfekten Plan. Du brauchst ein paar klare Seiten, gute Texte über deine Bücher und die Bereitschaft, gelegentlich etwas zu aktualisieren.

Deine Website ist kein Marketing-Monster, das ständig gefüttert werden muss. Sie ist ein ruhiger, verlässlicher Ort im Internet, an dem Menschen dich und deine Geschichten finden können. Mehr braucht es nicht.


 

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